Packraften in Tschechien(2): Packraft-Hopping auf der Moldau

Bis wir nach unser abendlichen Tour durch Cesky Krumlov auf dem überfüllten Zeltplatz mit Essen versorgt sind und endlich im Bett liegen ist es reichlich spät geworden. Bis tief in die Nacht hinein herrscht rundherum Festivalatmosphäre und so kommen wir am nächsten Morgen auch nicht allzu früh los. Macht auch nichts, die Tage sind lang und wir haben Ferien! Erstmal müssen alle auf die Packrafts verteilt werden. Wieder bestehen alle vier Kinder k-IMG_6526auf einem eigenem Boot. Kein Problem: Boote hat Sven genügend dabei, nur die Paddel werden uns etwas knapp. Die Moldau ist ein gutes Stück lebendiger, als wir gedacht hatten und so zögern wir etwas, unsere Kinder im eigens mitgebrachten Hartschalenkajak fahren zu lassen. Niklas wagt eine kurze Testfahrt und meistert auch die kleine „Stromschnelle“ direkt am Zeltplatz souverän. Er spielt noch ein wenig in der Strömung, wagt sich ins Kehrwasser… und kentert unvermittelt! Seine Reaktion ist entspannt, er zieht das Boot an Land, braucht etwas Hilfe beim Entleeren und kann dann auch noch genau sagen, woran es lag: „Ich bin ins Kehrwasser gefahren, ohne eine Kehrwasserwendung zu machen!“ Grünes Licht also von uns zum Thema Fahren im Kajak.

Jaaku fährt heute, wie bereits gestern, im knallgelben Anfibio Alpha XC, das ihm auch gestern keinerlei Probleme bereitet hatte. Ansonsten ist fast die gesamte Produktpalette des Packrafting Store vertreten und wir wechseln in den nächsten beiden Tagen munter zwischen den Booten hin und her und nutzen die k-IMG_6955Gelegenheit für ausgiebiege Probefahrten.

Die Moldau fließt flott durch die bewaldete Hügellandschaft und die Ufer sind weitgehend naturbelassen – so naturnah fühlt man sich selten in Mitteleuropa! Immer wieder sorgen harmlose Stromschnellen für Spannung, sind aber auch für die Kinder gut zu bewältigen.

Über weite Strecken hinweg lassen wir uns faul dahintreiben, hier und da flammen

erneute kleine Wassergefechte auf, aber gar so sehr wie am Vortag eskaliert es diesmal nicht. Der anfangs noch dichte Bootsverkehr um uns herum flaut immer mehr ab und am späteren Nachmittag haben wir den Fluß fast für uns alleine.

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wilkommene Abkühlung

An der Brücke von Rajov machen wir Mittagspause und nutzen die Gelegenheit, uns etwas Abkühlung zu verschaffen. Bald darauf erreichen wir das erste und einzige Wehr des Tages. Auch hier gibt es eine Bootsgasse, allerdings mit einer fiesen Welle am Ende. Nachdem wir einer ganzen Reihe an Bootsfahrern beim Kentern zugesehen haben, entscheiden wir uns teilweise lieber zum Umtragen, vor allem die Kinder. Ich fahre die Bootsgasse, allerdings ohne Gepäck. Naja, gekentert bin ich nicht, aber elegant sieht anders aus…

Langsam werden schon die Schatten länger und wir haben noch eine ganze Strecke vor uns – es ist also paddeln angesagt und so legen wir die nächsten Kilometer deutlich schneller und zielstrebier zurück. Die Kinder halten bei dem Tempo gut mit, nur hier und da müssen wir mal eine kurze Zeit lang das Abschleppseil herausholen.

Gegen kurz vor fünf erreichen wir unseren angepeilten Zeltplatz – stolze 21 Kilometer

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abendliches Lagerfeuer

haben wir heute zurückgelegt, eine reife Leistung speziell für die jüngeren Kinder!

Wir sind überrascht, die Zeltwiese fast komplett leer vorzufinden. Was für ein Kontrast zum Vortag! Wir bauen unser Lager auf, sammeln Holz und lassen dann den Abend bei einem großen Lagerfeuer ausklingen.

Der nächste Tag wird kürzer, nur noch gut 9 km trennen uns von Borsov, wo wir unsere Fahrt auf der Moldau beenden wollen. Wieder haben wir also keinerlei Eile, loszukommen.

Erstmal feiern wir Niklas 9.Geburtstag. Geburtstage auf Tour ist er ja gewohnt und so ist er auch nicht überrascht, dass er mal wieder nur tourtaugliche Geschenke überreicht bekommt – das ersehnte Legoset wartet dann zu Hause auf ihn!

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Gruppenbild mit Packrafts

Gemächlich packen wir unsere Sachen und dann kann die Fahrt weitergehen. Wieder geht es durch herrlich natürliche Waldlandschaften mit schneller Strömung aber ohne besondere Schwierigkeiten – eine wirklich empfehlenswerte Tour, gerade für Kinder und Paddelneulinge!

Ein kleines fahrbares Wehr ist heute zu überwinden und kurz vor  dem Ausstieg ein Weiteres zu umtragen. Kurz darauf passieren wir die Treppe einer Pegelanlage, die wir zum Ausstieg nutzen. Die Ausstiegsstelle ist klein, die Strömung stark, hier ist also Teamwork angesagt: während die ersten aussteigen sichern wir anderen einander gegen das Davontreiben, dann werden die Kinder zur Treppe gelotst und erhalten Hilfe beim Ausstieg. Als das geschafft ist, können auch wir anderen das Wasser verlassen.

In der heißen Sonne trocknen die Boote schnell während wir im Schatten unsere letzten Brote vertilgen. Dann machen sich die Fahrer auf zur nächsten großen Straße, von wo sie per Anhalter zurück nach Cesky Krumlov fahren um die Autos nachzuholen – auch das klappt ohne Probleme uns so können wir uns schon am frühen Nachmittag auf den Weg zur nächsten Station machen: dem Wildwasserkanal bei Budweis!

 

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