Faltboot-Test auf der Mecklenburger Seenplatte (5)

Am nächsten Tag ist Badewetter – was gut zu unserem geplanten Badetag passt. Aber: es steht heute nicht nur entspanntes Planschen auf dem Programm, sondern wir wollen die Gelegeneheit für Kenterübungen und Trockenazugtests nutzen.Vor einiger Zeit hatten wir einen Kinder-Trockenanzug gekauft, aber nie wirklich ausgetestet. Die Latexhalsmanschette war viel zu eng und folglich haben die Kinder energisch dagegen protestiert. Uns so recht ans Zuschneiden haben wir uns auch nicht getraut. Das ist jetzt anders und mit der Möglichkeit, den Anzug gleich direkt im Wasser zu testen fällt das alles natülich gleich viel leichter.

Wir schneiden also vorsichtig am ersten ersten Ring der Halsmanschette entlang und

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erster Test

siehe da: der Anzug passt. Zuerst ist Niklas an der Reihe. Ganz in rot wagt er sich vorsichtig ins flache Wasser. Die anfängliche Skepsis weicht schnell Begeisterung und bald paddelt er gut gelaunt über den See.

Dann ist Jaaku dran. Mit Mühe kriegen wir die Manschette über seinen wirklich großen Kopf, aber als der Anzug mal sitzt, kommt kein Protest mehr. Da er zuvor seinen Bruder im Trockenanzug beobachten konnte, stiefelt Jaaku jetzt recht selbstbewußt ins Wasser – und kommt nicht mehr heraus. Die neue Art zu Baden bereitet ihm größte Freude, warum also damit aufhören?

Währenddessen mache ich das Boot bereit um Kentern und Weidereinstieg auszuprobieren. Den ersten Versuch unternehme ich alleine. Ich muss mich ganz schön anstrengen, bis ich den Kipppunkt erreiche, und das bei unbeladenem Boot – sehr beruhigend. Aber irgendwann habe ich es dann doch geschafft und falle klatschend ins Wasser – unter freudigem Gejohle der vielen Kinder, die den kleinen Badesteg bevölkern. Allerdings sind sie dann doch etwas enttäuscht, als ihnen aufgeht, dass das Kentern Absicht war – Schadenfreude ich doch immer noch die ehrlichste Freude!

k-IMG_1190Ich schaffe es mühelos, das Boot umzudrehen, und auch der Wiedereinstieg ist ohne größere Verrenkungen möglich. Soweit schonmal ganz gut. Aber wie sieht es mit Kind aus?

Niklas hat keine Lust auf gemeinsames Kentern, aber Jaaku, immer noch im Trockenanzug, erklärt sich dazu bereit, mitzumachen. Teilweise zumindest. Das Umkippen ist ihm etwas zu unheimlich, aber er fäht mit mir hinaus und springt dann vom Boot aus ins Wasser, bevor ich mich ans Kentern mache.  Gemeinsam richten wir das Boot wieder auf und testen verschiedene Wege, wieder hinein zu kommen.  Auch das erstaunlich unproblematisch!

Auch nach unseren Kenterübungen bleibt Jaaku im Anzug und im Wasser, erst nach über zwei Stunden erklärt er sich dazu bereit, den Trockenanzug auch mal wieder auszuziehen.

Das Experiment „Trockenanzug“ ist klar geglückt! Und inzwischen sind wir alle vier stolze Trockenanzug-Besitzer – aber dazu ein andermal mehr.

Danach versucht auch Lars sich erfolgreich an Kenterung und Wiedereinstieg – jetzt

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am Badesteg

steht einer größeren Reise mit den Faltbooten eigentlich nichts mehr im Weg!

Inzwischen ist es auch an der Zeit, über dieRückreise nachzudenken. Über die letzen Tage hin haben wir einen großen Bogen zurückgelegt und befinden uns jetzt gerade mal 6km Luftlinie von unserem Ausgangspunkt am Leppinsee entfernt.

Während ich mich um die Kinder kümmere, leiht Lars sich an der Rezeption ein Fahrrad aus und holt unser Auto nach. Unsere Boote sind inzwischen komplett trocken, und so können wir sie direkt abbauen und verstauen, ohne lästige Nacharbeiten zu Hause.

Der Rest des Tages vergeht mit Badem, Spielen und Eisessen. Abends zieht nochmal ein heftiges Gewitter auf mit massiven Sturmböen, die an unserem Zelt zerren. Zum Glück sind die Heringe gut im Boden verankert.

Tja, und am nächsten Tag machen wir uns dann auf die Heimreise nach einem doch noch sehr schönen Urlaub.

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3 Gedanken zu “Faltboot-Test auf der Mecklenburger Seenplatte (5)

    1. Eigentlich sollte es der Tasermiut-Fjord in Südgrönland werden (ab Tasiusaq und mit viel Zeit im Gepäck), aber da es keine Flüge mehr nach Nanortalik gab, fällt das leider flach. Dieses Jahr also keine Faltboot-Tour, nur Wandern und vielleicht etwas mit den Packrafts paddeln.

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