Herbstzelten auf der Schmidtburg

Jetzt habe ich ja schon seit einer Ewigkeit nichts Neues veröffentlicht, was leider nicht an einer großen Tour oder ähnlichem lag, sondern schlicht daran, dass langsam die Überlastung der letzten Monate (neben Familie und Beruf auch noch eine Mittagsbetreuung gründen zu müssen) zum Tragen kam. Ich habe trotzdem fest vor, den Finnland-Reisebericht bald weiterzuführen, aber erst einmal kommt unsere Tour vom ersten Novemberwochenende an die Reihe.k-IMG_2210

Unsere Kinder waren ja ganz begeistert von unserer Frühjahrstour auf die Schmidtburg im Hunsrück (Jaaku ist wochenlang nicht ohne seine drei Burgfotos, die wir ihm ausgedruckt hatten, aus dem Haus gegangen) und wollten unbedingt wieder dorthin. Also haben wir noch einmal die lange, anstrengende Anfahrt auf uns genommen (dank Freitagnachmittags-Stauorgie haben wir 7 Stunden gebraucht) um ein Wochenende in den Ruinen der Schmidtburg zu zelten.

Als wir endlich ankommen ist es bereits dunkel. Diesmal fahren wir gleich den holprigen Weg bis zur Burg und laden – mit Stirnlampen bewaffnet – unser Gepäck aus. Zu Fuß geht es weiter zu den Zeltplätzen bei der Unterburg. Gespenstisch leuchten hier und da kleine Reflektorpunkte im Licht der Stirnlampen auf, ansonsten ist allk-IMG_2069es stockdunkel. Gut das wir uns bereits auskennen. Plötzlich riechen wir Rauch und hören Stimmen: wir sind nicht ganz allein! Zwei Wanderer, die den mehrtägigen Soonwaldsteig gehen, übernachten heute ebenfalls hier.

Wir bauen unser Zelt mit Blick auf die Unterburg auf und entzünden dann ein Lagerfeuer. Als wir dann endlich am warmen Feuer sitzen, ist die lange Anfahrt und der stressige Alltag wieder komplett vergessen und wir sind glücklich, endlich wieder ein Wochenende draußen zu verbringen.

Die Nacht ist – für die Jahreszeit – recht mild. Als wir spät am nächsten Morgen aufstehen, färbt ein zäher Hochnebel den ganzen Himmel bleigrau. Trotzdem erstrahlen die bewaldeten Hänge rundherum in intensiven Herbstfarben. Den Vormittag verbringen die Kinder damit, jeden Winkel der Burg zu erkunden, über niedrige Mauern zu klettern, Treppen hinauf- und hinabzusteigen, geheime Pfade zu finden…

Gegen Mittag brechen wir dann zu einer Wanderung um das Hahnenbachtal herum auf. Diesmal haben wir uns nicht die gesamte „Traumschleife“ vorgenommen, sondern eine kürzere Strecke, da wir Jaaku inzwischen nicht mher tragen, sondern auf seine eigene Laufleistung angewiesen sind. Im Forellenhof essen wir zu Mittag, dann geht es über diverse Aussichtspunkte zur Besuchergrube Herrenberg (wo wir bei der trüben Kälte ganz froh sind, ik-IMG_2250m Cafe einen heißen Kaffee zu trinken, während unsere Kinder draußen bleiben und Eis essen!!!) und dann zurück zur Burg. Leider reßt der Hochnebel den ganzen Tag lang nicht auf und es bleibt bis zum Abend grau.

So spät im Jahr wird es natürlich auch schon früh wieder dunkel, uns so entzünden wir gleich nach unserer Rückkehr wieder das Feuer und grillen zum Abendessen Würstchen. Als wir im Dunklen noch länger am Feuer sitzen, klart es doch noch auf und der Nebel gibt den Blick frei auf einen hellen Strenenhimmel, vor dem sich düster die Mauerreste abheben.

Die Nacht ist kalt und am nächten Morgen ist alles in dichten Nebel k-IMG_2304gehüllt, der sich erst am späten Vormittag langsam zu lichten beginnt. Dann geht alles plötzlich ganz schnell, der Nebel löst sich auf und die Sonne strahlt warm vom wolkenl os-blauen Himmel herab. Endlich erstrahlen die herbstlichen Farben in vollem Glanz!

Leider ist für uns dann bald auch schon wieder der Aufbruch angesagt, da wir noch eine lange Fahrt vor uns haben. Wieder hatten wir ein wunderschönes Wochenende auf der Schmidtburg und die Pläne für eine weitere Tour werden – zumindest seitens der Kinder – auch schon wieder geschmiedet.

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