Kulturschock auf der Isar

Was könnte man nicht alles mit den herrlichen Sommertagen im Moment anfangen! Aber: Statt die Wochenenden draußen zu genießen, zu zelten, baden, paddeln, wandern, sitze ich doch nur drinnen und lese, kalkuliere, plane, da unser Großer im September in die Schule kommt und weit und breit keine Betreuungsplätze zur Verfügung stehen. Also müssen wir (mit ca. 20 anderen Elternpaaren zusammen) derzeit fast unsere gesamte Freizeit darauf verwenden, eine eigene Mittagsbetreuung zu gründen. Darunter leidet natürlich nicht nur dieses Blog!

Und so hat es letztes Wochenende auch nur für einen kleinen Ausflug gereicht: wir waren auf der Isar zwischen Baierbrunn und Thalkirchen unterwegs. Und das war… wirklich anders als gewohnt. Schon auf dem Weg von der S-Bahn-Haltestelle hören wir immer wieder lautes Gejohle vom Fluß her durch den Wald schallen. Als wir dann die Einsetzstelle erreichen, trauen wir unseren Augen kaum: vor uns zieht eine nicht enden wollende Parade aus Booten (und allem, was sich dafür hält) vorbei. Vom Autoreifen bis zum ausgewachsenen Floß, von der Luftmatratze bis zu einem undefinierbaren Gebilde aus zusammengezurrten Schlauchbooten, Badetieren und sogar einer Plastikpalme ist alles dabei! Und es geht feuchtfröhlich zu! Ein Auto dürften die meisten Protagonisten wohl nicht mehr steuern – aber gesteuert wird hier ja auch eher wenig 😉

Etwas befremdet packen wir unsere Boote aus und gesellen uns dazu. Einsamkeit hatte wir zwar nicht erwartet, aber hierauf waren wir auch nicht vorbereitet gewesen. Jede Kiesbank, die wir passieren ist fast nicht mehr zu sehen vor lauter Sonnenhungrigen, Badenden, Grillparties; die Heiligenfigur auf dem Georgenstein hat unheilige Gesellschaft – kurz gesagt, es herrscht Freibadstimmung! Wir freunden uns schnell mit der Situation an und genießen das bunte Treiben um uns herum, wechseln hier und da ein paar Worte, der ein oder andere erkennt unsere Boote sogar als Packrafts. Größer könnte der Kontrast kaum sein zu unserer Tour vom vergangenen Wochenende.

Die Fahrt ist kurzweilig, bald passieren wir die Großhesseloher Brücke und wenig später die Marienklause (da der Wasserstand günstig ist, lasse ich es mir nicht nehmen, alleine und nach Besichtigung die Floßgasse zu befahren). Dann haben wir auch schon die Thalkirchener Brücke erreicht. Ab hier ist die Weiterfahrt verboten. Wir finden zwischen ins Wasser hängenden Bierkisten und Tüten voller Getränke ein kleines Fenster zum Anlanden und ergattern am Ufer tatsächlich noch einen Platz, der gerade groß genug ist um unsere Boote zusammenzupacken.

München an einem herrlichen Sommertag eben! Nicht einsam, nicht wild, aber trotzdem ein schönes Erlebnis!

Mit der U-Bahn geht es dann innerhalb weniger Minuten nach Hause. So wenig Rückfahrt ist selten.

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