Packraft-Spielereien – Wassersport ist Wintersport, oder?

Heute waren wir mal wieder unterwegs, diesmal ausnahmsweise ohne Kinder. Seit einiger Zeit hatte ich ein paar Ideen, die ich gerne einmal ausprobieren wollte und dann ist da natürlich auch noch das Packraft-Segel, das bisher ungenutzt blieb. Wir haben also mal wieder einen Testtag am heimischen Baggersee eingelegt.k-IMG_0962

Zuerst einmal ein paar Daten:

Lufttemperatur heute: 1°C (Wassertemperatur: keine Ahnung, kalt), sehr wechselhaftes Wetter, das von Sonnenschein und Windstille bis Schneesturm reicht. Der See ist groß genug, um alles auszuprobieren, was wir testen wollten aber auch klein genug, um im Notfall in wenigen Minuten schwimmend das nächste Ufer erreichen zu können.

Gekleidet waren wir in voller Aquashell-Montur, darüber Regenhose und Funktionsjacke, an den Füßen Neoprensocken und Neoprenschuhe. Trotz der niedrigen Temperaturen und dem teilweise schneidend kaltem Wind und nassen Schuhen und Ärmeln war mir die ganze Zeit angenehm warm. Mein Mann, dessen Neoprenschuhe eher schläppchenartig sind, hat dagegen nach einiger Zeit doch ziemlich kalte Füße bekommen.k-IMG_1008

Als erstes haben wir das Packraft-Segel ausprobiert. Mit zwei einfachen Handgriffen ist das Segel an die vorderen Schaufen des Packrafts befestigt und dann kann es auch schon losgehen. Der Wind ist anfangs recht schwach, wird aber dennoch vom Segel gut aufgefangen und treibt das Boot langsam voran, allerdings nicht schneller, als man normal paddelt. Als die Brise langsam auffrischt sieht das schon anders aus. Das Segel füllt sich mit Wind und entwickelt einen starken Zug. Die erreichten Geschwindigkeiten sind beachtlich. Leider ist der See jedesmal viel zu schnell zu Ende! k-IMG_1028

Die Handhabung der Segels ist recht einfach und wenn man etwas Segelerfahrung hat, kann man mit Zugleine und Paddel recht gut steuern – bis wir es richtig gut raushaben werden wir allerdings noch ein bisschen experimentieren müssen. Die begrenzte Strecke und der böige, wechselhafte Wind haben natürlich für zusätzliche Schwierigkeiten gesorgt.

Alles in allem hat das Packraft-Segeln uns richtig viel Spaß gemacht. Wenn es wieder etwas wärmer ist, werden wir dann auch noch austesten, wie das Segeln mit Gepäck und Kind klappt.

k-IMG_1010Als nächstes haben wir dann die beiden Packrafts zu einem Langboot verbunden. Ziel des ganzen war, bei längeren Flachwasserstrecken Kraft sparen zu können bzw. gegen stärkeren Wind anpaddeln zu können. Zum testen waren da die heutigen Konditionen natürlich optimal.

Zum Verbinden der Boote habe ich erst einmal etwas Luft aus beiden Packrafts gelassen (so dass sie etwa so voll waren, wie man es nur mit dem Blasesack hinkriegt). Dann habe ich mit mehreren Spannriemen die beiden Boote zusammengezurrt, so dass sich Bug bzw. Heck an der Verbindungsstelle hochbogen. Dk-IMG_1019ann haben wir die Boote auf Normaldruck aufgeblasen und eine kurze Probefahrt gewagt. Beim Manövrieren in die gewünschte Fahrtrichtung fiel sofort auf, dass auf die Schlaufen, durch die die Spannriemen verlaufen enorme Kräfte wirken. Wir drehen uns also nur sehr langsam und vorsichtig in den Wind (der inzwischen so stark weht, dass man als einzelner Packrafter dagegen nicht ankommen könnte). Als die Drehung geschafft ist und wir nur noch vorwärts paddeln kommen wir – trotz Wind – gut und stabil voran. Auf dem Rückweg zieht das Segel beide Boote mit hoher Geschwindigkeit übers Wasser.

Der Langboottest ist also als Teilerfolg zu verbuchen und bedarf noch einiger weiterer Versuche. Speziell bei starkem Wind sind die auf die Verbindung wirkenden Kräfte so stark, dass wir uns nur k-IMG_1040sehr langsame, behutsame Richtungswechsel getraut haben – bei Windstille ist das vielleicht anders. Ist man erst einmal auf Kurs ist eine deutliche Kraftersparnis gegenüber dem Paddeln mit Einzelbooten gegeben.

Wie das Ganze mit Gepäck und Kindern aussieht ist dann natürlich noch eine andere Frage, ich fürchte allerdings, dass sich unsere Version von Langboot als wenig praxistauglich erweisen wird (mit stabilisierender Stange unter den Booten, wie hier, sieht das vielleicht schon wieder ganz anders aus, aber wo findet man bei uns schon ca 7m lange dünne Baumstämme?)

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