Island im Winter(3): „Ham wir schon wieder festgefahren?“

Auch am nächsten Morgen ist noch keine Ruhe eingekehrt. Im Zehnminutentakt treibt der Wind eisige Schneeschauer gegen die Fensterund langsam setzt bei uns ein leichter Lagerkoller ein. Am frühen Nachmittag beschließen wir, zumindest einen kurzen Abstecher zum Skogarfoss zu wagen. Als wir uns auf der verschneiten Piste langsam Richtung Ringstraße vorarbeiten, stecken wir unvermittelt in einer Schneewehe fest. Weder vorwärts noch rückwärts können wir uns bewegen und auch durch Schieben können wir uns nicht befreien. Zum Glück sieht uns ein Bak-IMG_3576uer und zieht uns schnell mit seinem Traktor heraus. Als danach der Traktor durch die selbe Schneewehe wegfährt, hören wir von der Rückbank her nur ein sehnsüchtiges „Hinterherfahren!“ – ein Wunsch dem wir dann doch nicht nachkommen.

Der riesige Skogarfoss stürzt mächtig und donnernd die Felswand hinab und wird von unserem Sohn, der Wasserfälle liebt,… einfach ignoriert! Das ist etwas, das wir mit ihm hier immer wieder erleben: kleinste Stromschnellen und winzige Wasserfälle bewegen ihn zu freudigen Ausbrüchen, die wirklich großen Naturwunder um ihn herum straft er mit Nichtachtung. Uns so tapst Niklas glücklich im Schnee herum, spielt mit kleinen Eiszapfen und freut sich des Lebens.

k-IMG_3594Nach diesem kurzen Ausflug machen wir noch einen Abstecher nach Vik um einzukaufen. Auf dem Weg dorthin ist ein kurzer Anstieg mit 12% Steigung zu bewältigen. Kein leichtes Unterfangen bei diesen Straßenverhältnissen und ohne Allrad.

Auf dem Rückweg zu unserer Hütte versperrt uns auf den letzten Metern eine Schneewehe den Weg. Aus unser Erfahrung von heute morgen klug geworden fahren wir nicht hindurch, sondern weichen ein wenig auf die schneebedeckte Wiese aus. Und schon ist es passiert: wir brechen im Eis ein, das unter dem Schnee versteckt liegt und sitzen wieder fest. Keine Chance uns selber zu befreien! Wieder haben wir Glück im Unglück: der selbe Bauer ist wieder mit seinem Traktor unterwegs uns hilft uns nochmal aus der Klemme. Das Auto lassen wir jetzt lieber vor der Schneewehe stehen und gehen die letzten 150 Meter zu Fuß.

Seither fragt Niklas uns jedes Mal wenn wir anhalten oder langsamer werden in hoffnungsvollem Ton: „Ham wir schon wieder festgefahren?“

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