Rückblick: 2 Tage mit dem Packraft auf dem Inn

Das Pfinstwochenende ist stabil und sehr heiß angekündigt. Was liegt da näher, als noch einmal Packraften zu gehen? Diesmal wollen wir das erste Mal mit den Kindern wild übernachten. Die Wahl fällt auf den Inn zwischen Wasserburg und Kraiburg, da dort weder Natur- noch Landschaftsschutzgebiet o.ä. ist und daher das Lagern zumindest nicht explizit verboten ist.

Am Samstagmorgen kommen wir nicht allzu früh los und sind daher erst am späten Vormittag am Wehr in Wasserburg. Während wir alles für die Fahrt vorbereiten kochen wir schonmal Nudeln zum Mittagessen. (Das ist etwas, das wir bei unseren Outdoorunternehmungen mit den Kindern früh gelernt haben: die Beiden brauchen ein warmes Mittagessen, eine einfache Brotzeit reicht nicht!)

Bei brütender Hitze geht es dann los. Erst einmal führt der Weg in einer Schleife um die wirklich hübsche Altstadt von Wasserburg. Danach kommt ein richtiges Gefühl von Wildnis auf. Obwohl rundherum weitgehend Kulturlandschaft ist, sind die Böschungen des Inns hier größtenteils naturbelassen. Immer wieder tun sich vor uns kleine Strudel und Pilze auf – Baden möchte man hier nicht, der Inn ist wirklich nicht zu unterschätzen.

Nach einiger Zeit erreichen wir das Wehr in Teufelsbruck. Mächtig und beeindruckend erhebt sich die Anlage vor uns – bisher sind wir von Isar und Altmühl (werd ich auch noch drüber schreiben) ja nur kleine Wehre und kurze Umtragungen gewohnt, aber das hier hat eine ganz andere Dimension! Hier müssen wir gut 400 Meter überwinden, bevor wir die Boote wieder einsetzen können.

Kurz danach erreichen wir bei der Einmündung eines kleinen Baches unser eigentliches Etappenziel. Hier wollten wir ursprünglich übernachten, doch wir sind nicht allein. Zwei Angler versuchen auf dem kleinen Schwemmkegel ihr Glück und es sieht nicht aus, als ob sie bald weiterziehen. Da wir uns in einem rechtlichen Graubereich bewegen, wollen wir vor ihnen nicht so einfach unser Lager aufschlagen. Wir lassen (nach Rückfrage bei den Anglern) also erstmal die Kinder längere Zeit am Bach spielen und ziehen dann weiter. (Schade, dort war es wirklich sehr, sehr schön!)

Das Ufer ist leider über die nächsten sieben Kilometer zum Übernachten gänzlich ungeeignet und dann erreichen wir auch schon das nächste Wehr. Hier wird gebaut und es ist nicht klar, welcher Weg eigentlich zur Einsetzstelle führt. Als wir den richtigen endlich gefunden haben finden wir uns unvermittelt vor einem Bauzaun wieder, der den Weg zum Wasser versperrt. Keine Information, keine Beschilderung weist uns einen alternativen Weg. Langsam wird es spät, wir und die Kinder sind schon ziemlich erschöpft und dann das! Nach kurzem, erfolglosen Erkunden der Umgebung öffnen wir entnervt den Zaun und nutzen die eigentliche Einsetzstelle. Kurz danach finden wir am Ufer dann endlich eine geeignete Stelle zum Übernachten. Wir stellen die Zeltplane mit Hilfe der Paddel auf, essen zu abend und fallen erschöpft ins Bett.

In der Nacht kühlt es sich kaum ab, dennoch schlafen wir gut in unserem improvisierten Lager. Nach einem gemütlichen Frühstück geht es dann wieder ins Boot. Wir genießen die morgendliche Stille und das weiche Licht der Sonne. Die 9km bis zum nächsten Wehr in Jettenbach sind in etwa 1,5Std zurückgelegt. Inzwischen brennt die Sonne wieder unbarmherzig auf uns herab. Diesmal sind sogar über 700m zu überwinden, bis man nach dem Wehr die Boote wieder einsetzen kann. Kurz vor dem Ende der Strecke versperrt uns WIEDER ein Bauzaun den Weg, wieder ohne jegliche Beschilderung oder Verweis auf Alternativen. Diesmal fackeln wir nicht lange und gehen einfach durch (der kleine Trampelpfad am Hindernis vorbei zeigt uns deutlich, dass wir da nicht die ersten sind).

Als wir im spärlichen Schatten auf der Kiesbank erstmal Pause machen, treffen wir einen weiteren Packraftfahrer, der hier sein Boot einsetzt. Nach kurzer Unterhaltung fährt er los und wir folgen kurz darauf.

Bis auf einen Biber, der unvermittelt durchs Gehölz bricht und wenige Meter von uns entfernt ins Wasser platscht und einige spritzige Sohlschwellen vergeht der Rest der Fahrt bis Kraiburg ereignislos. In Kraiburg beenden wir die Fahrt an dem gleichen Strand, an dem wir unsere erste Innfahrt begonnen hatten. Wir kochen im Schatten eines großen Baumes unser Mittagessen, dann holt mein Mann das Auto während ich unsere Sacken sauber verpacke und die Kinder beschäftige.

Dann fahren wir nach Hause und erholen uns von zwei wunderschönen, spannenden, aber auch sehr anstrengenden Tagen.

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